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Evaluation - Ziele, Konzepte und Strategien

Ziele, Konzepte und Strategien

Die Veränderungen, die sich bei der Evaluation von netzbasierten Lehr- und Lernformen im Vergleich zu den herkömmlichen Formen ergeben beziehen sich vor allem auf die Form der Datenerhebung und den Evaluationsgegenstand, weniger auf die Struktur und den Aufbau der Evaluation. Wie bei "herkömmlichen" Evaluationen ist auch bei der Evaluation von multimedialen Lehr-Lern-Arrangements zunächst festzulegen, was mit der Evaluation erreicht werden soll, was also das Ziel ist. Die Zielsetzung bedingt alle weiteren Entscheidungen hinsichtlich Konzept, Strategie, Form und Methode.
Dabei werden grundsätzlich folgende Konzepte unterschieden:

» formative Evaluation
» summative Evaluation
» CIPP-Modell von Stufflebeam
» Rahmenmodell von Friedrich

Grundsätzlich können alle Abschnitte (Analyse, Design, Implementierung, Re-Design) und Anteile (Prozesse, Personen, Technologien...) einer Maßnahme evaluiert werden. Welche Aspekte im einzelnen ausgewählt werden, ist abhängig von der Zielsetzung der Evaluation. (Welche Frage soll mit der Evaluation beantwortet werden? Wer ist der Adressat?)

Evaluation kann dazu dienen, praktische Maßnahmen zu verbessern, zu legitimieren oder über sie zu entscheiden. Je nachdem, welche Funktion im Vordergrund steht werden verschiedene Variablen und Beziehungen betrachtet. Dabei ist nur eine Evaluation der Beziehungen zwischen den am Lernprozess beteiligten Personen und Objekten oder Teilen des Gesamtsystems möglich, nicht aber eine Bewertung des einzelnen Lerners, Lehrers oder von Multimedia an sich.

Mögliche Fragestellungen sind: Ist eine Maßnahme erfolgreich(er als eine andere) und soll sie fortgesetzt werden? Welche Elemente werden von den Lernenden in welcher Art und Weise genutzt? Welche Voraussetzungen sind für einen Lernerfolg notwendig? Können Lernende mit wenig Vorwissen von den eingesetzten Elementen profitieren? Tut das System was es soll? Wie interagieren Lerner und Lehrer? Wie interagieren Lehrer und System? ist das System auch für neue Inhalte verwendbar? Was läuft noch nicht optimal, was kann so bleiben?

Ist die Zielsetzung festgelegt, kann ein Konzept für die Zielerreichung bestimmt werden. Dabei kann grundsätzlich zwischen formativer und summativer Evaluation unterschieden werden. Formative Evaluation bezieht sich primär auf den Prozess, summative Evaluation auf das Ergebnis einer Maßnahme. Diese beiden Konzepte ergänzen sich wechselseitig und sollten nach Möglichkeit bei der Durchführung einer Lehrveranstaltung beide berücksichtigt werden.

Eine komplexere Beschreibung von möglichen Evaluationsgegenständen bieten Evaluationsmodelle. Diese können als Entscheidungshilfe dienen, die in systematischer Weise die Aspekte der formalen Herangehensweise aufschlüsseln. Diese können dann auch einen Anhaltspunkt für eine passende Strategie liefern, mit der das Konzept zur Zielerreichung umgesetzt werden kann, da meist eine einzelne Evaluationsform nicht genügt. Beispiele für solche Modelle sind das CIPP -Modell von Stufflebeam (1972) und das Rahmenmodell von Friedrich (1995, modifiziert von Bannert, 2000).

Im optimalen Fall kann das Konzept frei gewählt werden. Sind allerdings Rahmenfaktoren vorgegeben, so schränken diese die Auswahlmöglichkeiten ein. Findet ein Seminar z.B. nur einmal im Rahmen einer eintägigen Blockveranstaltung statt, so ist eine Wiederholungsmessung nicht möglich. Steht nur ein sehr begrenzter Zeitrahmen zur Verfügung, kann evtl. nur eine sehr geringe Nutzerbefragung erfolgen. Sind die Nutzer nicht an einem Ort wie z.B. beim netzbasierten Lernen, so ist eine direkte Beobachtung des Lernverhaltens nur indirekt über die Bewegungen des Lerners in der Lernumgebung zu erschliessen.

Bei der Evaluation von netz- oder computerbasierten Lernmedien sollten die Interaktion zwischen Benutzern und System, sowie die jeweiligen Bedingungen unter denen eine solche Evaluation stattfindet besondere Beachtung finden.

 

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LIMA / Universität Landau 2004
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