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Gestaltung - Didaktische Entscheidungen - Veranstaltungsarten

Seminar

Bei einem Seminar wird in einer verhältnismässig kleinen Gruppe ein spezifisches Thema erarbeitet. Es "lebt" von der Interaktion, d.h. es stehen insbesondere die kommunikativen Elemente und Möglichkeiten im Vordergrund.

Bei der Planung des Multimedia-Einsatzes für ein Seminar muss zunächst entschieden werden, ob eine durch Präsenzanteile geprägte Veranstaltung das Ziel sein soll, oder ob virtuelle Anteile ihren Platz bekommen bzw. wieviel Raum sie einnehmen sollen. Dabei ist eine Fülle von Abstufungen zwischen den Extemen "reines Präsenzseminar" und "reines virtuelles Seminar" realisierbar.

Da sich Seminare in Form , Ablauf und Teilnehmerzahl stark voneinander unterscheiden, und somit eine Vielzahl von Varianten auftreten können, soll hier von einem eher präsenzorientierten - also "klassischen" - Ablauf ausgegangen werden, der um Multimediale Anteile ergänzt wird. Die angesprochenen Punkte sind aber auch für eher virtuell orientierte Veranstaltungen relevant. Anregungen für Formen, die mehr dem Bereich der "virtuellen Seminar" zugeordnet werden können, werden unter dem Punkt " neue Veranstaltungsformen" angesprochen.

In den meisten Fällen kann davon ausgegangen werden, dass virtuelle Anteile eine positive Ergänzung darstellen. Sie bieten allen Beteiligten zusätzliche Kommunikationsmöglichkeiten und einen sowohl räumlich als auch zeitlich vereinfachten Zugriff auf relevante Informationen (Paper, Handouts etc., voraugsgesetzt diese werden über das Netz bereitgestellt) und können so zu einer umfassenderen Auseinandersetzung mit dem Thema anregen . 

In welchem Umfang ein Multimedia-Einsatz sinnvoll ist, hängt von den Rahmenbedingungen ab, unter denen die jeweilige Veranstaltung stattfindet. Eine allgemeine Empfehlung ist hier durch die Menge der Alternativen schwierig, gründliche Vorüberlegungen hinsichtlich der Lehr-Lern-Ziele und den Möglichkeiten und Fähigkeiten aller Beteiligten (Lehrende und Lernende!) sowie den organisatorischen und technischen Gegebenheiten sind aber entscheidend für einen zielgerichteten und erfolgversprechenden Multimedia-Einsatz.

Auf der Basis dieser Überlegungen kann die Entscheidung für den Einsatz konkreter Anwendungen getroffen werden.

Für die Präsentationsphasen können alle Elemente angewendet werden die schon bei den Vorlesungen beschrieben wurden. Zusätzlich können bei Bedarf Präsentationen asynchron netzbasiert dargeboten werden.

Als verhältnismässig einfache Maßnahme zur Unterstützung der Kommunikation kann eine Newsgruppe  oder Mailingliste eingerichtet werden, über die sich Teilnehmer austauschen und über die ohne grossen Aufwand Informationen (z.B. Terminabsprachen, -verschiebungen) und Fragen verbreitet werden können. Dies kann durch die Bereitstellung der Kursmaterialien über das Netz (z.B. über ein Fachbereichsverzeichnis, das den Studenten zugänglich gemacht wird) ergänzt werden.

Als umfangreichere Maßnahme kann kursbegleitend eine eigene Seminar-Homepage eingerichtet werden. Hier können die verschiedenen Informationsquellen zusammengefasst, die einzelnen Abschnitte des Seminars aufgezeigt und - auch über das aktuelle Semester hinaus - dokumentiert werden. Sie kann dazu genutzt werden, Termine und ähnliches zu veröffentlichen, Materialien zur Verfügung zu stellen und ein Diskussionsboard einzurichten. Die einzelnen Referenten können hierüber auch den Kommilitonen vor oder nach dem eigentlichen Referat Materialien zukommen lassen und evtl. schon vorab kleine Aufgaben stellen, auf die dann in der eigentlichen Präsenzveranstaltung angeknüpft werden kann. Ebenso können zu jedem Referat die Ausarbeitungen bzw. zusätzliche Hausarbeiten auf diese Seite gestellt werden, so dass auch die anderen Teilnehmer und nicht nur die Referenten und der Dozent davon profitieren. So können erarbeitete Inhalte auch späteren Kursen zur Verfügung gestellt werden und die "Veröffentlichung" kann die Motivation der Teilnehmer erhöhen.

Gegebenenfalls kann an Stelle einer eigenständigen Homepage auch ein "Kurs" in einer Lernplattform erstellt werden. In der Plattform sind alle Kommunikationsformen (Nachrichtenfunktion, Diskussionsforum, Notizen zu Dokumenten...) zusammengefasst, die Materialien können vom Dozenten einfach eingestellt oder verändert werden, ohne dass dieser umfassende HTML-Kenntnisse besitzen müsste und es könnten zusätzlich netzbasierte Maßnahmen zur Lernkontrolle erfolgen (entweder obligatorisch oder als zusätzliches Angebot zur freiwilligen Selbstnutzung). Allerdings ist hierfür die Voraussetzung, dass eine solche Plattform zur Verfügung steht (finanzielle/technische Gegebenheiten - für Hochschulen gibt es teilweise kostenlose Angebote) und von geeigneten Personen betreut wird, da die Installation und Wartung recht komplex sein kann.


 

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LIMA / Universität Landau 2004
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