Ein neues Phänomen:

die internationalen Gratis-Tageszeitungen

Ernst Ulrich Große

Erst seit etwa 2000 drängen die internationalen Gratis-Tageszeitungen auf die Märkte. Ihr ursprünglich aus Schweden (Gruppe Metro International) bzw. aus Norwegen (Schibsted-Konzern) stammendes Konzept bildet mitt­lerweile eine ernsthafte und gefährliche Konkurrenz zu den etablierten Kauf­zeitungen. In Frankreich reagierten die traditionellen Verlagshäuser mit Ge­genstrategien: Sie haben seit 2003 ein drittes landesweites Netz aufgebaut. Nicht nur formale Veränderungen wie die Titelblatt-Gestaltung und das Farbleitsystem, sondern auch Unterschiede im Umfang der regionalen Be­richterstattung, im Textsortenspektrum und in den Bild-Text-Relationen las­sen sich nachweisen. Insofern wirken die bunten Gratisblätter doch weniger einheitlich, als es viele kritische Beobachter ursprünglich annahmen. Das gilt auch im Ländervergleich. Zwischen der wachsenden Gratispresse in Frankreich, der Schweiz, Italien und Spanien bestehen bis heute deutliche kulturelle Unterschiede (s. unter 7).

Inhalt:

1. Einleitung
2. Metro als weltweit wichtigster Anbieter
3. 20 Minuten: die aus Norwegen stammende Konkurrenz
4. Ausnahme Deutschland
5. Drei Hauptthesen
6. Die Gratis-Tageszeitungen in Frankreich
7. Ausblick auf weitere Länder
7.1. Die Schweizer Gratisblätter
7.2. Italiens «quotidiani free press»
7.3. Spaniens «prensa gratuita»
8. Fazit
  Literaturverzeichnis

 

 

 

Wenn die Zeichen auf Froh-Sinn stehen ...

Infotainment-Analysen am Beispiel des James-Bond-Diskurses

Michael Hoffmann

Die analytische Trennung wie auch die Synthese von ‚Information‘ und ‚Un­terhaltung‘ in der medienlinguistischen Perspektive werden erleichtert, wenn beide Größen als Typen kommunikativen Handelns begriffen werden. Der Beitrag beleuchtet medienkommunikativ relevante Relationen zwischen In­formieren und Unterhalten; dabei werden auch verschiedene Fälle von Infotainment als textueller Handlungsstruktur aufgezeigt. Im Mittelpunkt der Analyse stehen Versionen der journalistischen Berichterstattung über den James-Bond-Film Casino Royale.

Inhalt:

1. Einleitung
2. Information, Unterhaltung, Infotainment
3. Zielstellung, Methode, Korpus
4. Analyseergebnisse
4.1. Abwechslung: Thematische und typographische Vielfalt / Textsorten­vielfalt
4.2. Unbeschwertheit: Filmizität und Originalität
4.3. Interessantheit: Thematische Privatheit und sprachliche Dramatik
4.4. Eingängigkeit: Freundlichkeit / Sympathie und Dialogizität
8. Schluss
  Literaturverzeichnis

 

Infotainment und Häppchenjournalismus

Sprach- und medienhistorische Überlegungen zum Wandel von Pressetexten

Andrea Bachmann-Stein

Der Beitrag verfolgt das Ziel, Veränderungen in der Medienlandschaft aus sprach- und medienhistorischer Sicht nachzugehen und für den Zeitraum von 1950 bis zur Gegenwart zu überprüfen. Gezeigt werden soll anhand ei­ner exemplarischen Analyse der Titelseiten der Süddeutschen Zeitung, ob und inwieweit sich der ursprüngliche Informationsjournalismus zu einem Un­terhaltungsjournalismus gewandelt hat.

Inhalt:

1. Begriffsklärung
2. Die Entwicklung der deutschen Presse von 1945 bis zur Gegenwart
3. Materialgrundlage und Vorgehen
4. Medien- und sprachhistorische Veränderungen der SZ-Titelseiten
4.1. Die Veränderungen im Layout der SZ-Titelseiten
4.2. Veränderungen in der sprachlichen Realisierung
5. Fazit
  Literaturverzeichnis
  Anhang

       

 

 

 

Grenzenloser Traum vom Raum?

Suggestive Bild-Text-Konfigurationen in der
Tourismus­werbung aus kontrastiver Sicht[1]

Gudrun Held

Die bisher kaum beachtete Textsorte der Destinationsanzeige bewirbt einen Raum auf der Basis eines multimodalen Gestaltungskonzepts, das für Kam­pagnen sowohl variierbar als auch interkulturell adaptierbar sein muss. Im vorliegenden Beitrag wird unter kontrastivem Aspekt gezeigt, welche Rolle dabei das Anschaulichkeitspotential eines Trigger-Worts im Schnittpunkt zwischen Bild und Sprache spielt und welche Transfermöglichkeiten von einer Kultur zur anderen dadurch eröffnet werden. Die Ergebnisse werden im Rahmen typischer Charakteristika einer Medienlinguistik (in statu nas­cendi) diskutiert.

Inhalt:

1. Einleitung
2. DW als multimodaler ‚Anschauungstext‘
3. Anschauliche Trigger-Wörter als Konzeptauslöser
3.1. signifiant-orientierte Konfigurationskonzepte
3.2. signifié-orientierte Konfigurationskonzepte
4. Schlussbemerkungen zu einer (kontrastiven) Medienlinguistik
  Literaturverzeichnis

 

Thematische und sprachliche Veränderungen
eines populären schottischen Zeitungscomics

Anne Hoyer

Seit 1936 veröffentlicht die populärste schottische Sonntagszeitung Sunday Post die Comicserie Oor Wullie. Oor Wullie bedeutet ‘Our little William’, auf deutsch etwa ‚unser kleiner Willi‘. Protagonist ist der 11-jährige blonde Schuljunge Wullie, der durch seine unterhaltsamen Abenteuer einen bedeu­tenden Beitrag zur populären Kultur Schottlands leistet und im Jahr 2004 sogar zum Nationalhelden gewählt wurde. Der Artikel stellt einige Gründe des Erfolgs von Oor Wullie dar und zeigt die Hauptveränderungen der Co­micserie zwischen 1936 und 2004 an.

Inhalt:

1. Einleitung
2. Der schottische Comic Oor Wullie
3. Hintergründe
4. Ein Beispiel
5. Der Status von Oor Wullie
6. Inhaltliche Stereotype
7. Sprachliche Stereotype
8. Reaktionen auf die Untersuchung
  Literaturverzeichnis
     

 

Personalzeitschriften
im deutsch-schwedischen Vergleich

Identifikationsangebote und ‚Wir-Gefühl‘ am Beispiel der Schiffbauindustrie

Klaus Geyer

Im vorliegenden Beitrag wird eine korpusbasierte Studie präsentiert, für die jeweils eine deutsche und eine schwedische Personalzeitschrift (HDW auf Kurs und Kockums Nytt) aus der Schiffbaubranche untersucht wurden. Personalzeitschriften beschränken sich heute nicht mehr nur auf Informati­on, sondern sollen in zunehmendem Maße die Identifikation der Belegschaft mit dem Unternehmen stärken und ihre Motivation fördern. Bei der Rekon­struktion des ‚Wir-Gefühls‛ stellen Pronomina der 1. Person Plural ein zen­trales Element dar. Ihre Verwendung unter den Aspekten der Referenz und insbesondere der Klusivität (exklusiv vs. inklusiv) erscheint somit als loh­nender Analysegegenstand. Das Hauptaugenmerk der Analyse liegt auf der Verwendung von inklusiv zu lesendem wir durch unterschiedliche Perso­nengruppen.

 

Inhalt:

1. Personalzeitschrift
2. Korpus
3. Analyse
4. Ergebnisse
5. Schlussfolgerungen und Perspektiven
  Literaturverzeichnis
 

 

Zum Vergleich von Schreibtraditionen

Am Beispiel einer deutschen und einer polnischen
Universitätszeitschrift

Zofia Bilut-Homplewicz

Der Beitrag verfolgt das Ziel, die Stellung der Kategorie ,Schreibtraditionen‘ in der Universitätspresse am Beispiel einer deutschen und einer vergleich­baren polnischen Universitätszeitschrift konfrontativ zu erfassen und zu be­leuchten. Es wird dabei auf die graphische Seite sowie den Titel und die Gesamtgestaltung beider Publikationen eingegangen. Die beiden Zeitschrif­ten zeigen starke Unterschiede im Hinblick auf die erwähnten Aspekte, was als Beweis dafür aufzufassen ist, dass eine solche Untersuchung verschie­dene Schreib- und Kulturtraditionen zeigt, deren Erörterung um weitere Ge­sichtspunkte und Analyseschritte ergänzt werden könnte.

 

Inhalt:

1. Zum Schlüsselbegriff ,Tradition‘
2. Zur allgemeinen Charakteristik von UniSpiegel und Alma Mater
3. Tradition und ihre Manifestationsweisen in den beiden Universitätszeit­schriften
3.1. Graphische Seite
3.2. Titel und Gesamtgliederung
4. Schlussbemerkungen
  Literaturverzeichnis

 

 

 

Kulturfaktoren und ‚Neue Medien‘

Zur Untersuchung von Wechselwirkungen

Hans W. Giessen

Der Beitrag möchte die Wechselwirkungen zwischen den Variablen ‚Kultur­kategorie‘ und ‚Medium Internet‘ untersuchen; die Überprüfung soll anhand verschiedener Beispiele erfolgen, die sich insbesondere auf die Architektur von Websites und auf die jeweils benutzte und notwendige inhaltliche Auf­bereitung beziehen.

Inhalt:

1. Zur Bedeutung von Kulturfaktoren
1.1. Zur Existenz von Kulturfaktoren
1.2. Machtdistanz
1.3. Unsicherheitsvermeidung
2. Computergestützte Kommunikation
3. Kulturfaktoren im Kontext computergestützter Publikationen
4. Operationalisierung der Überprüfung
4.1. Deutschland – Frankreich
4.2. Websites multinationaler Unternehmen
4.3. Ein quantitativer, inhaltsanalytischer Vorher-Nachher-Vergleich
5. Befunde
5.1. Einstiegsseiten
5.2. Navigationsleisten: Anzahl und Elemente
5.3. Querverlinkungen und Sitemaps
5.4. Inhalte
6. Zusammenfassung
  Literaturverzeichnis

       

 

 

 

Wie Wissenschaft zur Nachricht wird

Eine kontrastive Analyse

Francesca Santulli

Während die fachspezifische Kommunikation fortschreitende Vereinheitli­chung aufweist, bestehen im wissenschaftlichen Journalismus feinste sozia­le und (inter)kulturelle Unterschiede fort. Wie sich die technische Darstel­lung wissenschaftlicher Ergebnisse im Mediendiskurs modifiziert gestaltet und wie journalistische Texte den Erwartungen ihrer Lesergruppe entgegen­kommen, soll hier anhand (proto)typischer Beispiele analysiert werden.

Inhalt:

1. Einleitung
2. Wissenschaftskommunikation und Textsorten
2.1. Struktur des wissenschaftsjournalistischen Artikels
2.2. Paralleltexte in der wissenschaftlichen Kommunikation
3. Auditorium und Prämissen
3.1. Einleitungen im wissenschaftlichen Aufsatz
3.2. Zeitungsartikel und interkulturelle Variation
4. Vom vernünftigen Argumentieren zum Autoritätsbeweis
4.1. Textvergleich 1: Qualitätspresse
4.2. Textvergleich 2: Boulevardpresse vs. Fachbeilage
5. Schlussbemerkungen
  Literaturverzeichnis
  Anhang: Paralleltexte

 

 

 

« Le fait divers » in der spanischen und
französischen Regionalpresse

Leire Ruiz de Zarobe

Gegenstand dieses Beitrags ist ein kontrastiver Vergleich zwischen dem spanischen «suceso» und dem französischen « fait divers ». Dazu werden drei «sucesos» der spanischen Regionalpresse und drei « faits divers » der französischen Regionalpresse miteinander verglichen, gestützt auf Annah­men und Verfahren der französischen Textlinguistik. Die Analyse soll Ähn­lichkeiten und Unterschiede in der Berichterstattung dieser Textgattung zwi­schen zwei Sprach- und Kulturnachbarn aufzeigen.

Inhalt:

1. Einleitung
2. Methode
3. Analyse
3.1. «Suceso» 1a und « faits divers » 1b
3.1.1. «Suceso» 1a
3.1.2. « Fait divers » 1b
3.2. «Suceso» 2a und « fait divers » 2b
3.2.1. «Suceso» 2a
3.2.2. « Fait divers » 2b
3.3. «Suceso» 3a und « fait divers » 3 b
3.3.1. «Suceso» 3a
3.3.2. « Fait divers » 3b
4. Schlussfolgerungen
  Literaturverzeichnis

 

 

Textmuster als Dispositionstypen

Deutsche und schwedische harte Nachrichten und
Hintergrundberichte im Vergleich

Dag Sandahl

In der einschlägigen Literatur wird nicht selten behauptet, dass harte Nach­richten als ‚umgekehrte Pyramide‘, Hintergrundberichte aber nach dem ‚ex­positorischen Textmuster‘ gestaltet sind. In diesem Beitrag werden die bei­den oben genannten Textsorten in renommierten, überregionalen deut­schen und schwedischen Tageszeitungen in Bezug auf Textmuster als Dis­positionstypen untersucht. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt, dass die erwarteten Zusammenhänge im Material nicht nur vorhanden, sondern er­staunlich stark sind.

Inhalt:

1. Einleitung
2. Begrifflichkeit und Theorie
2.1. Der Begriff ‚Textsorte‘ in der Pressesprache
2.2. Der facettenreiche Begriff ‚Textmuster‘
2.2.1. Die ‚umgekehrte Pyramide‘
2.2.2. Das expositorische Textmuster
2.2.3. Sonstige Dispositionstypen
3. Empirische Untersuchung
3.1. Textmuster in harten Nachrichten
3.2. Textmuster in Hintergrundberichten
4. Schlussfolgerungen
  Literaturverzeichnis

 

Therapeutische Kommentare in der Presse?

Textsortenfunktionen in Presseberichten über die schwedischen Ministermorde 1986 und 2003

Henrik Rahm

In diesem Artikel werden zwei außergewöhnliche Ereignisse untersucht, die schwedischen Ministermorde von 1986 und 2003, und zwar im Hinblick darauf, wie sie sich in Kommentaren im Rahmen der Berichterstattung der Tageszeitung Aftonbladet niederschlagen. Ausgangspunkte sind die Be­griffe ‚Diskursgemeinschaft‘ und ‚Textsorte‘. Die Analyse zeigt, dass der Kommentar eine multifunktionale Textsorte mit drei Subkategorien darstellt: ‚Expertenkommentar‘, ‚Leserkommentar‘ und ‚Staatsrepräsentantenkom­mentar‘.

Inhalt:

1. Einführung
2. ‚Diskursgemeinschaft‛ und ‚Textsorten‘ als Ausgangspunkt
3. Textauswahl
4. Die Textsorte ‚Kommentar‘
4.1. Funktionen des ‚Expertenkommentars‘
4.2. Funktionen des ‚Leserkommentars‘
4.3. Funktionen des ‚Staatsrepräsentantenkommentars‘
5. Diskussion
  Literaturverzeichnis

 

 

Argumentation und Filmkritikanalyse

Mª José Arévalo

Das Vorkommen argumentativer Texte in Zeitungen ist keineswegs ein un­gewöhnliches Phänomen. Ziel dieser Studie ist ein Vergleich zwischen ar­gumentativen Texten der spanischen und der französischen Presse; es soll untersucht werden, ob es spezifische Merkmale für die Durchführung von Argumentationen gibt. Ausgangspunkt sind Filmkritiken, die gleiche Themen behandeln. Die jeweiligen Texte werden bezüglich ihres Inhalts sowie mit Blick auf Syntax, Lexik und Makrostruktur analysiert.

Inhalt:

1. Filmkritik als argumentativer Text
2. Vergleich spanischer und französischer Beispiele
2.1. Textkorpus
2.2. Linguistische Argumentationsanalyse
3. Zusammenfassung
  Literaturverzeichnis

 

 

 

Wieviel Liebe darf es sein?

Französische Todesanzeigen im Vergleich

Françoise Hammer

« On t’aime et on t’aimera toujours »

Anhand einer intrasprachlichen Paralleltextanalyse der Todesanzeige in zwei Tageszeitungen der französischen Regionalpresse und der überregio­nalen Tageszeitung Le Monde wird gezeigt, wie das Emotionalitätspotential der Textsorte zu unterschiedlichen Kommunikationsfunktionen genutzt wird.

Inhalt:

1. Einleitung
2. Untersuchungsansatz
2.1. Todesanzeige als Interaktionsort
2.2. Emotionalitätspotential der Anzeige
3. Empirische Untersuchung
3.1. Todesanzeigen in Le Monde
3.2. Todesanzeigen in Ouest-France
3.3. Todesanzeigen in den Dernières Nouvelles d’Alsace
4. Motti und Emotionalität
5. Zusammenfassung
  Literaturverzeichnis

       

 

 

 

Beobachtungen zur Redewiedergabe in der
Tagespresse

Eine kontrastive Analyse

Stefan Hauser

Der vorliegende Beitrag befasst sich unter kontrastiver Perspektive mit ver­schiedenen Aspekten der Wiedergabe gesprochener Sprache in der Pres­se. Verglichen werden Formen der direkten Redewiedergabe in überregio­nalen Tageszeitungen, und zwar in zwei deutschsprachigen und zwei eng­lischsprachigen Ländern (Deutschland, Schweiz, Großbritannien, Australi­en). Grundlage der vorliegenden Untersuchung bildet ein Korpus, das 2342 Belege direkter Redewiedergabe enthält. Von den empirischen Beobach­tungen ausgehend werden schließlich Überlegungen zur Frage der kulturel­len Geprägtheit von Pressetexten angestellt. Dabei wird dafür plädiert, die Kulturalität von Medientexten nicht unbesehen mit ihrer nationalen Herkunft gleichzusetzen. Vielmehr gilt es, auch Sprachräumen als Kulturräumen Be­achtung zu schenken.

Inhalt:

1. Einleitende Bemerkungen zur Redewiedergabe
2. Formen der Redekennzeichnung
2.1. Redeindizierende Verben
2.2. Modalisierende Elemente
2.3. Verblose Redekennzeichnungen
3. Die empirische Grundlage
4. Redewiedergabe unter kontrastiver Perspektive
4.1. Redeindizierende Verben im Vergleich
4.2. Modalisierende Elemente im Vergleich
4.3. Verblose Redekennzeichnungen im Vergleich
5. Fazit
  Literaturverzeichnis

 

 

 

 

Zur Grammatik der Instruktionen

Instruktive Textsorten und ihre formale Diversität

Ken Farø

Welche grammatischen Formen begegnen in Instruktionen? Wie groß ist ihre interlinguale Variation? Wie umfassend ihre intertextuelle Variation bzw. Standardisierung? Diesen Fragen wird anhand eines multilingualen Korpus nachgegangen, des MULINCO-Korpus, das sich in Kopenhagen im Entstehen befindet. Der Beitrag ist Teil einer umfassenden kontrastiven Un­tersuchung zu Textsorten und grammatischen Konstruktionen.

Inhalt:

1. Einleitung: Instruktionen und Textsorten
2. Methodologie
3. Textlinguistische Bemerkungen
4. Grammatische Analyse der Instruktionen
5. Tendenzen
6. Zusammenfassung
  Literaturverzeichnis

 

 

 

 

Illokutionsdichte und Illokutionskomposition
deutscher und englischer Pressetexte

Die FAZ im Vergleich mit der International Herald
Tribune

Holger Schmitt

Für diese quantitativ orientierte Analyse deutscher und englischer Parallel-Artikel (gleichen Datums und Themas) wird eine Methode verwendet, die Illokutionen als intentional motivierte Äußerungssegmente versteht, wenn diese eine eigenständige Funktion erfüllen. Neben erwartbaren Ergebnis­sen, wie der Abnahme der Illokutionsdichte zum Ende der Artikel hin, erge­ben sich kulturell präferierte Illokutionsträger (z.B. D: Adverbiale, E: Koordi­nationen) sowie Unterschiede im Gebrauch von Zitaten. Überraschend ist die ausgeprägte Homogenität der englischen Texte.

Inhalt:

1. Einleitung
2. Methodik
3. Beispielanalyse mit Kommentaren
4. Ergebnisse
5. Ausblick
  Literaturverzeichnis

 

 

 

Bilder, Embleme und Sprache in lettischen
und deutschen Medien

Vergleich der Tageszeitungen Diena und
Süddeutsche Zeitung

Ilze Plaude

Der vorliegende Beitrag thematisiert Zusammenhänge zwischen den visuel­len und den sprachlichen Botschaften in den Medien; er untersucht eine lettische und eine deutsche Tageszeitung, und zwar mit Blick auf die Wech­selwirkung zwischen Bild und Text. Welche Ähnlichkeiten und welche Diffe­renzen lassen sich feststellen, gibt es interkulturelle Unterschiede? Die Ana­lyse stützt sich auf fünf Kategorien der Bild-Text-Beziehung: ‚Redundanz‘, ‚Dominanz, ‚Komplementarität, ‚Diskrepanz und Kontradiktion‘ sowie ‚räum­liche Zusammenhänge‘. Bilder sind nicht nur Abbilder oder Illustrationen, sie entfalten eine eigene Wirkungsmacht, die sich der Sprache zu entziehen scheint.

Inhalt:

1. Ikonische Wende in den Medien
2. Zusammenhang zwischen visueller und sprachlicher Botschaft
3. Bild-Text-Verhältnisse in der lettischen Diena und der Süddeutschen Zeitung
3.1. Redundanz
3.2. Dominanz
3.3. Komplementarität
3.4. Diskrepanz und Kontradiktion
3.5. Räumliche Zusammenhänge
  Literaturverzeichnis

       

 

 

 

Argumentationsstrukturen isotopischer
Bildfelder

Christine Schowalter

Der Metapher wird häufig manipulatorisches Potential nachgesagt. Dies zeigt sich insbesondere auch in der Presseberichterstattung. Aber nicht nur die ein­zelne, markante Metapher, sondern gerade auch ihre Zugehörigkeit zu einem isotopischen Bildfeld bewirkt diese meinungssteuernde Funktion. Inwieweit sich gerade dominante Isotopien rund um prägnante Tiermetaphern dazu in­strumentalisieren lassen Argumentationen zu stützen, soll hier anhand zweier Berichte aus der Wirtschaftsregionalpresse über einen Firmenzusammen­schluss exemplarisch aufgezeigt werden.

Inhalt:

1. Metapher und Manipulation
2. Metaphern als Mittelpunkt isotopischer Bildfelder
2.1. Metapher und Bildfeld
2.2. Bildfeld oder Metaphernkonzept?
2.3. Isotopie, Bild, Topos
3. Argumentationsstrukturen isotopischer Bildfelder
4. Zusammenfassung
  Literaturverzeichnis

 

 

 

Die Stimmen der Anderen

Die Presseschau des Deutschlandfunk und die Pressestimmen in der Berliner Zeitung im Vergleich

Hartmut E. H. Lenk

Die Wiedergabe von Zitaten aus anderen Zeitungen gehört zu den festen Rubriken vieler Tageszeitungen. Aus medienlinguistischer Sicht ist sie indes bislang kaum untersucht. Der vorliegende Beitrag vergleicht die Presse­schauen des bundeseigenen Deutschlandfunk mit der Rubrik Presse­stimmen in dem regional verbreiteten Abonnementblatt Berliner Zeitung. Neben einer quantitativen Erfassung der Herkunft der jeweils zitierten Zei­tungen werden die in den beiden Medien als Zitateinbettung verwendeten Verben und Wendungen analysiert.  

Inhalt:

0. Vorbemerkungen
1. Die untersuchten Medien
1.1. DeutschlandRadio – der „nationale Hörfunk“ Deutschlands
1.2. Die Berliner Zeitung
2. Sendeformat und Rubrik: Vorkommen und Struktur
2.1. Die Presseschau des Deutschlandfunk
2.2. Die Rubrik Pressestimmen der Berliner Zeitung
3. Die zitierten Zeitungen: Typen und Ranglisten
3.1. Deutschlandfunk
3.1.1. Deutsche Presseschau im Deutschlandfunk
3.1.2. Internationale Presseschau im Deutschlandfunk
3.2. Berliner Zeitung
3.2.1. Deutsche Zeitungen unter den Pressestimmen
3.2.2. Internationale Zeitungen unter den Pressestimmen
4. Verben und Wendungen der Zitateinbettung
4.1. Verwendungsbedingungen in den beiden Medien
4.2. Klassifizierung
4.3. Verwendungshäufigkeiten
5. Resümee und Ausblick
  Literaturverzeichnis
  Anhang mit Grafiken und Tabellen (CD-ROM)

           

 

 

 

Text und Medium

Deutsche und finnische Immobilienanzeigen im Vergleich

Jana Möller-Kiero

Als ein nicht ausschließlich nationales und als massenmediales Phänomen eröffnet die Textsorte Immobilienanzeige interessante, vielschichtige Per­spektiven für kontrastive und interkulturelle sowie intermediale Vergleiche. In diesem Beitrag wird versucht, durch eine empirische Analyse von deut­schen und finnischen Anzeigen in Zeitungen sowie ihren elektronischen Pendants Textsortenkonventionen und textuelle Modifikationen beim Wech­sel in die elektronische Textualität zu ermitteln. Dabei wirft die kontrastive Perspektive grundsätzliche methodologische Fragestellungen auf, da die zu vergleichenden Anzeigen in unterschiedliche gesellschaftliche Systemkon­texte eingebettet sind. Zudem sind bei der Analyse der Vertextung mediale Rahmenbedingungen zu berücksichtigen, die sich – verglichen mit den vor­liegenden gedruckten Anzeigen – im elektronischen Bereich insbesondere in einer deutlichen Zunahme von zusätzlichen Strukturelementen manife­stieren. Das Deutsche und Finnische weisen im Bereich der Textsorte Im­mobilienanzeige neben Konvergenzen systematische Divergenzen auf. Die im intermedialen Vergleich erzielten Ergebnisse zeigen, dass die elektro­nische Immobilienanzeige grundlegende Textsortenkonventionen aus der Print-Kommunikation bewahrt.

Inhalt:

1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen: Kontingenzregulierung
3. Korpus und Auswahlkriterien für Immobilienanzeigen
4. Ergebnisse der einzelsprachlichen Untersuchungen
4.1. Verkaufsimmobilienanzeigen professioneller Anbieter in deutschen Medien
4.1.1. Objektinformation
4.1.2. Kontaktaufnahme / Kontaktinformation: Warum warten Sie noch? Vereinbaren Sie einen persönlichen Besichtigungstermin mit uns!
4.2. Verkaufsimmobilienanzeigen professioneller Anbieter in finnischen Medien
4.2.1. Objektinformation
4.2.2. Kontaktaufnahme / Kontaktinformation: Soita ja sovi esittely.
5. Ergebnisse der Kontrastierung der Ergebnisse
6. Resümee
  Literaturverzeichnis

         

 

 

 

 

Kulturell geprägte Kontextabhängigkeit
von Metaphern

Spanische und italienische Texte der Online- und Printpresse

Corinna Manuela Kirstein

Aktualität, Anschaulichkeit und Lebendigkeit machen Pressetexte attraktiv. Abstrakte, komplexe Inhalte werden mit Metaphern erst sinnlich / emotionell erfahrbar. Kreative journalistische Metaphern entstehen aus dem aktuellen Anlass bzw. Redekontext. Dies zeigt die umfeldbezogene Gegenüberstel­lung von Print- und Online-Texten renommierter spanischer, italienischer und deutscher Tageszeitungen: El País, ABC, La Repubblica, Corriere del­la Sera, die Süddeutsche Zeitung und Stuttgarter Nachrichten. Das Analysekorpus, aus dem repräsentative Beispiele von 2006 und 2007 illu­striert werden, umfasst vergleichbare, informationsbetonte Textsorten zu Kulturphänomenen und -events der Bereiche Internet, Sport und Musik.

Inhalt:

1. Journalistische Effekte von Metaphern, kulturspezifische Basis, Umfel­der und Einzelsprache
2. Verstärkung der Metaphernwirkung durch kognitionspsychologische und rhetorische Verfahren
3. Funktionen und Intensität des Metapherneinsatzes
4. Multimediale Text-Bild-Relationen in internetgeprägten Kulturen
5. Fazit / Ausblick: Pädagogischer Einsatz und Existenzlinguistik
  Literaturverzeichnis

 

 

 

Intermedialer Textsortenvergleich

Grundlagen, Methoden und exemplarische Analyse

Stephan Stein

Der Beitrag behandelt die Textsortenvariation zwischen funktional und the­matisch verwandten Texten, die für die Kommunikation in unterschiedlichen Medien gestaltet sind. Am Beispiel der Medientextsorte ‚Buchrezension‛ werden Grundlagen und Methoden für den intermedialen Textsortenver­gleich vorgestellt. Dabei steht die für die Textsorte charakteristische Mi­schung aus Referieren und Bewerten des Buchgegenstandes im Mittel­punkt.

Inhalt:

1. Ausgangspunkt: Dimensionen des Textsortenvergleichs
2. Grundlagen des Textsortenvergleichs
2.1. Kommunikationstheoretische Grundlagen
2.2. Medium, mediale Kommunikation, Medien-Text
2.3. Pragmatisch orientierte Textsortenlinguistik und holistische
Textanalyse
3. Grundfragen und Methodik des intermedialen Textsortenvergleichs
4. Exemplarische Analyse: Literarische Rezensionen in Zeitung, Fernsehen und WWW
4.1. Begründung der Textsortenauswahl
4.2. Profil der Textsorte ‚literarische Rezension‛
4.3. Exemplarischer intermedialer Vergleich literarischer Rezensionen
5. Fazit
  Literaturverzeichnis