Transnationaler Regionalismus und ,Interregionalität’.

Theoretische, methodische und strategische Anmerkungen

Peter Schmitt-Egner

Der Beitrag will zunächst eine disziplinenübergreifende Definition des Forschungsobjektes ,Region’ liefern, die es ermöglicht, Formen von regionenübergeifenden Prozessen zu identifizieren und zu kategorisieren. Sodann soll auf unterschiedliche Formen von regionenübergreifenden Prozessen eingegangen werden. Diese Begriffsklärungen sollen dazu dienen, das Kon­zept der Interregionalität auf seine Tauglichkeit zu überprüfen, diese Prozesse zu untersuchen und zu beschreiben.

Inhalt

1.

Einleitung: ,Interregionalität’, ,Regionalität’, ,Transnationalität’ - zur Begriffs-Problematik

2.

Das Konzept der ,Region’ als theoretische Basis von ,Interregionalität’

2.1

Der Begriff der ,Region’ im wissenschaftlichen Diskurs: Anmerkungen

2.2.

Eine Definition von ,Region’

2.3

Vom Teilraum zum Regionalen System: Elemente eines transdisziplinären Regionen-Konzeptes

2.4

Zur Typologie der Region

2.5.

Abgeleitete Begriffe: ,Regionalisierung’, ,Regionalpolitik’, ,Regionalismus’

3.

Transnationaler Regionalismus und die grenzüberschreitende Verortung von ,Interregionalität’

3.1.

Typen und Erscheinungsformen des ,Europäischen Regionalismus’

3.2.

Begriff und Programm des Transnationalen Regionalismus

3.3.

Akteure und Netzwerke des Transnationalen Regionalismus

4.

,Interregionalität’ und ,Transnationalität’:
Strategische Ebenen, Handlungsfelder und Kooperations-Prinzipien

4.1.

Ebenen des Transnationalen Regionalismus:
zur strategischen Verortung von ,Interregionalität’

4.2.

Handlungsfelder des Transnationalen Regionalismus:
Zur transnationalen Verortung von ,Interregionalität’

4.3.

Strategische Kooperationsprinzipien des Transnationalen
Regionalismus: Zur praktischen Verortung von ,Interregionalität’

  5.  Zusammenfassung
   Literaturverzeichnis


 

Interregionalität aus geowissenschaftlicher Sicht

Heinz Fischer

Der Beitrag versucht zunächst eine Herleitung und Definition des Forschungsobjektes Region aus der Tradition der geographischen Raumforschung. Unter dieser Perspektive stellt sich Interregionalität als die Beziehung zweier Räume zueinander dar. Diese Beziehungen können durch physisch-geographische, aber auch durch historische und soziale Gemeinsamkeiten und Divergenzen geprägt sein. Mit letzteren befasst sich die Perzeptions- oder Wahrnehmungsgeographie. Der Beitrag zeigt die Möglichkeiten der Perzeptionsgeographie auf, zu einer Theorie der Interregionalität beizutragen.

Inhalt

1.     Einführung

2.     ,Raum’ und ,Region’

3.     Perzeptionsgeographie und ,Mental maps’

4.     Der Beitrag der Geographie zur Interregionalitätsforschung

        Literaturverzeichnis


 

Interregionalität aus politikwissenschaftlicher Sicht

Siegmar Schmidt

Mit dem sich verstärkenden Zusammenwachsen der Europäischen Union rücken zunehmend auch die europäische Regionalpolitik und die Beziehungen subnationaler (territorialer) Einheiten über Staatsgrenzen hinweg in das Blickfeld politikwissenschaftlicher Untersuchungen. Der folgende Beitrag will – aufbauend auf theoretischen Hintergrundüberlegungen – die aktuellen Forschungsansätze aufzeigen, wobei Vorschläge aus der politikwissenschaftlichen Integrationsforschung und der Netzwerkansatz im Mittelpunkt stehen sollen.

Inhalt

1.          Charakteristika politikwissenschaftlicher Regionalforschung

2.          Zum Begriff der Interregionalität

3.          Politikwissenschaftliche Forschungsansätze

3. 1.      Die politikwissenschaftliche Integrationsforschung

3. 2.      Der Netzwerkansatz

4.          Fazit

             Literaturverzeichnis


 

Begegnung und Austausch in der Grenzregion

Isabelle Bohn / Heinz-Helmut Lüger / Thomas Rist / Patrick Schäfer

Grenzregionen zeichnen sich nicht nur durch eine Tendenz zu verstärkter Abgrenzung aus, ebenso können sie Ort und Anlaß für Begegnung, Kooperation, Austausch sein. Sie sind – je nach Art und Intensität des Kontakts, je nach Durchlässigkeit der betreffenden Grenze(n) – in verstärktem Maße unterschiedlichen kulturellen, wirtschaftlichen oder politischen Einflüssen unterworfen und weisen daher meist eine spezifische Entwicklungsdynamik auf. Dieser Aspekt gewinnt, wie oft genug betont, mit dem europäischen Einigungsprozeß zusätzlich an Bedeutung. In den folgenden Abschnitten sollen hierzu weitere Überlegungen und Konkretisierungen vorgestellt werden.

Inhalt

1.         Alte und neue Grenzen
1.1.      Vorbehalte und Widerstände
1.2.      Regionalismus und europäische Perspektive
2.         Grenzüberschreitende Kontakte
2.1.      Legenden und Bräuche – überregional, interregional?
2.2.      Musiques sans frontières ?
2.3.      Migration vs. regionale Identität?
3.         Ausblick
            Literaturverzeichnis


 

Grenzen der Interregionalität

Jacqueline Breugnot

Wirtschaftliche Ungleichheit sowie historisch begründete und gegenwärtige Erfahrungen von kultureller und politischer Beeinflussung und Dominanz durch Nachbarstaaten belasten den Prozess des Europäischen Zusammen­wachsens und die gegenseitige Wahrnehmung insbesondere im Bereich der Grenzregionenen. Zur Überwindung dieser Barrieren erscheint der Schüler- und Jugendaustausch geeignet. Dieser Beitrag stellt die Arbeit eines Forschungsprojekts der Universität Koblenz-Landau vor, das sich mit den Bedingungen derartiger Beziehungen in einer Grenzregion befasst und Möglichkeiten aufzeigen will, mit Hilfe von Austauschbeziehungen Barrieren zu überwinden.

Inhalt

1.         Vorbemerkungen

2.         Eine komplexe Realität

2.1.      Die politische Ebene: Bedarf an Regulierung und Reglementierung

2.2.      Die wirtschaftliche Ebene: Ungleichgewicht

2.3.      Die soziale Ebene: Verwechslung von Sozialem und Kultur

2.4.      Die kulturelle Ebene: Verkennen des Anderen, Verkennen des Selbst

3.         Interregionalität aus didaktischer Perspektive

3.1.      Bedarf einer Neudefinition der Interregion

3.2.      Das Konzept der Region: pars pro toto einer Nation?

3.3.      Das Prinzip Aneignung / Ausgrenzung in der regionalen
            Identitätsbildung

3.4.      Privates Umfeld / öffentliches Umfeld in der regionalen Identität

4.         Schlussfolgerung

            Literaturverzeichnis


 

Psychologische Aspekte der Interregionalität.

Ein Beitrag zu einer ,Theorie der Interregionalität’

Christoph Schneider / Marco Franze / Konrad Daumenlang

Absicht ist es, den psychologischen Zugang zum Begriff der Interregionalität darzustellen, der – neben anderen Zugängen – einen Beitrag zur Theoriebildung leisten soll. Dieser baut auf dem Konstrukt der ,regionalen Identität’ auf. Im Folgenden soll eine nähere Definition des Konstrukts der regionalen Identität gegeben werden. Weiter ist es Absicht dieses Beitrags, Wege zur Operationalisierung dieses Konstrukts aufzuzeigen, die valide Messungen regionalen Bewusstseins und regionaler Identität ermöglichen.

Inhalt

1.     Einleitung

2.     Regionale Identität als Personvariable

3.     Regionale Identität als Aspekt der sozialen Identität

4.     Ein Forschungsprogramm zur Erfassung der regionalen Identität

        Literaturverzeichnis


 

Die Sprachen im Elsaß.

Banalisierung, Rückzug in die ökologische Nische oder Öffnung nach Europa?

Frédéric Hartweg

Nach einem historischen Rückblick, der die wechselvolle Geschichte der sprachpolitischen Entscheidungen darstellt, wird die heutige Situation der Sprachen im Elsaß analysiert. Es werden dabei vor allem die Ausbreitung der Dominanz des Französischen, die Verdrängung der Mundart aus dem öffentlichen Bereich, der Einbruch ihrer Weitergabe in der Familie und neuere Entwicklungen im schulischen System erörtert.

Inhalt

0.        Vorbemerkungen

1.        Historischer Rückblick

1.1.     Vor 1789

1.2.     Von der Französischen Revolution bis 1870

1.3.     Von 1871 bis 1918

1.4.     1918 – 1940

1.5.     1940 – 1945

2.        Die Sprachen im Elsaß nach 1945

2.1.     Sprachkontakte Elsässisch-Französisch-Standarddeutsch

2.2.     Zur Sprecherpopulation

2.3.     Domänen im Bereich der Mündlichkeit

2.4.     Domänen im Bereich der Schriftlichkeit

2.5.     Deutsch und Elsässerdeutsch in Schule und Hochschule

2.6.     Literatur und Kultur im Elsaß

3.        Ausblick

           Literaturverzeichnis


 

Interregionalität in der Literaturdidaktik

Annette Kliewer

Im Zuge des europäischen Zusammenwachsens werden Grenzen politisch, wirtschaftlich, touristisch und ansatzweise auch kulturell immer durchlässiger. Parallel dazu artikulieren sich jedoch Bedürfnisse nach einem Rückzug auf das Regionale, das „Eigene“. Bei der Vermittlung von Fähigkeiten zur Bewältigung des Wandels und dem Abbau von Ängsten vor dem „Anderen“ ist die Schule – und hier besonders der Literaturunterricht – gefordert. Im folgenden Beitrag soll versucht werden, die Grundzüge einer interkulturellen Literaturdidaktik zu umreißen, die diese Fähigkeiten vermitteln kann.

Inhalt

1.        Vorbemerkungen

2.        Die Literaturwissenschaft

2.1.     Regionalität in der Literaturwissenschaft

2.2.     Interkulturalität in der Literaturwissenschaft

2.3.     Interregionalität in der Literaturwissenschaft

3.        Die Literaturdidaktik

3.1.     Regionalität in der Literaturdidaktik

3.2.     Interkulturalität in der Literaturdidaktik

3.3.     Interregionalität in der Literaturdidaktik: ein Ausblick

           Literaturverzeichnis


 

Interregionalität und die türkische Migration am Oberrhein.

Ein Diskussionsbeitrag

Hartwig Scheinhardt

Die türkische Einwanderung in viele Städte und Gebiete des Oberrheingra­bens hat überall dort zu deutlichen, einheitlich lebensweltlichen Ausdrucks­formen geführt. Die Anwendung des soziologischen Begriffs vom transstaat­lichen Raum eröffnet einen Blick auf die grenzüberschreitende Mobilität der türkischen Zuwanderer, der es erlaubt, ihre Einwanderung als integratives Element zu würdigen und die Verbreitung ihrer Sprache wie eine grenz­überschreitende informelle lingua franca als konstitutiv für die Interregionali­täts-Diskussion zu werten.

Inhalt

1.  Migration – ein blinder Fleck der Regionalitätsforschung?

2.  Das Oberrheingebiet als Einwanderungsgebiet

3.  Mittlerfunktionen der türkischen Sprache

     Literaturverzeichnis