Vulkanausbrüche – CO₂ neutral?

Aus aktuellem Anlass:
Auf der philippinischen Insel Luzon zeigt der Vulkan “Taal” enorme Aktivität und hat auch bereits eine riesige Aschewolke ausgestoßen.
Um der aufkommenden Frage, wie klimawirksam denn eigentlich Vulkanausbrüche sein können, direkt zu begegnen, haben wir eine Aufarbeitung des Umweltbundesamt für euch herausgesucht. Am klimawirksamsten sind demnach explosive Vulkanausbrüche, bei denen die Auswurfmasse 10-50km in die Höhe katapultiert wird. Allerdings ist der Effekt im Gegensatz zum menschengemachten CO₂ Ausstoß nahezu unbedenklich. „Tatsächlich sind die CO₂-Emissionen des Menschen (insbesondere durch Nutzung fossiler Energieträger, Waldrodungen, Brennholznutzung, Zementproduktion u.a.) im Laufe des Industriezeitalters auf mehr als 41 Milliarden Tonnen CO₂ pro Jahr angestiegen (Stand 2018). Die vulkanischen CO₂-Emissionen sind dagegen viel geringer. Sie betragen etwa 0,3 bis 0,6 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Jahr, das entspricht – verglichen mit den Emissionen des Menschen – 0,7 bis 1,5 Prozent.“ (Umweltbundesamt.de)

Abb.1: FAQ 11.2, Abbildung 1 | Schaubild, wie große tropische oder subtropische Vulkane die oberen (stratosphärischen) und unteren (troposphärischen) Atmosphärentemperaturen beeinflussen. (IPCC 2014)

“Große Vulkanausbrüche beeinflussen das Klima, indem sie Schwefeldioxidgas in die obere Atmosphäre (auch Stratosphäre genannt) einspeisen, das mit Wasser reagiert und dadurch Wolken aus Schwefelsäuretröpfchen bildet. Diese Wolken reflektieren Sonnenlicht zurück ins All und verhindern so, dass dessen Energie die Erdoberfläche erreicht, was die Erdoberfläche zusammen mit der unteren Atmosphäre kühlt. Diese Schwefelsäurewolken der oberen Atmosphäre absorbieren auch lokal Energie von der Sonne, der Erde und der unteren Atmosphäre, was die obere Atmosphäre erwärmt (siehe Abb.1: FAQ 11.2, Abbildung 1). Hinsichtlich einer Abkühlung der Erdoberfläche brachte zum Beispiel der Ausbruch des Mt.Pinatubo auf den Philippinen 1991 circa 20 Millionen Tonnen Schwefeldioxid (SO₂) in die Stratosphäre ein, was die Erde für bis zu ein Jahr um 0,5°C abkühlte. Global betrachtet verringern Vulkanausbrüche auch den Niederschlag, da die verminderte einfallende kurzwellige Strahlung an der Erdoberfläche durch eine Abnahme der latenten Wärme (z.B. in Verdunstung und daher auch Niederschlag) ausgeglichen wird. Für die Klimavorhersage kann davon ausgegangen werden, dass es einen Vulkanausbruch geben wird, der eine signifikante globale Abkühlung an der Erdoberfläche und eine Erwärmung der oberen Atmosphäre für etwa das nächste Jahr verursacht. Zwar kann festgestellt werden, dass ein Vulkan aktiver geworden ist, das Problem ist jedoch, dass der genaue Zeitpunkt eines Ausbruchs oder die Menge an SO₂, die in die obere Atmosphäre eingebracht wird, und die Verteilung dieser Menge nicht vorhergesagt werden können. Dies ist eine Unsicherheitsquelle in Klimavorhersagen.” (IPCC 2014, S.52/53)

Der volle Bericht kann in der angegebenen Quelle IPCC nach gelesen werden.

Quellen und mehr Informationen (aufgerufen am 14.01.2020) :

https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/uebersehen-die-klimatologen-die-vulkanischen?fbclid=IwAR1yofiWfxmdmkrOqqGp15xcLJGLRj7uVme800vfwJKE6HtUkkmHsfswz_o

https://www.tagesschau.de/ausland/philippinen-vulkan-gefahrenzone-101.html

IPCC 2014: Klimaänderung 2013: Naturwissenschaftliche Grundlagen. Häufig gestellte Fragen und Antworten – Teil des Beitrags der Arbeitsgruppe I zum Fünften Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) [T.F. Stocker, D. Qin, G.-K. Plattner, M. Tignor, S.K. Allen, J. Boschung, A. Nauels, Y. Xia, V. Bex und P.M. Midgley (Hrsg.)]. Deutsche Übersetzung durch die deutsche IPCC-Koordinierungsstelle und Klimabüro für Polargebiete und Meeresspiegelanstieg, Bonn, 2017. https://www.ipcc.ch/site/assets/uploads/2019/03/IPCC_AR5_WGI_FAQ_deutsch.pdf

SDGs des Artikels: